Girls‘ Last Tour – Die hoffnungsvolle Dystopie

Der Anime von Girls‘ Last Tour adaptiert lediglich 4 der 6 Bände des Mangas (im deutschsprachigen Raum ist der Manga nicht verfügbar). In diesem Beitrag spoilere ich das Ende des Mangas, also lest bitte nur weiter, wenn ihr mit diesen Spoilern leben könnt oder den Manga kennt.


Girls’ Last Tours Welt ist eine, auf der jegliches Leben kurz vor seinem Untergang steht und nach dessen Verschwinden sie in einen langen Schlaf fallen soll. Ihre eigentliche Dystopie spielte sich bereits vor den Ereignissen der im Manga und Anime erzählten Geschichte ab und lediglich Chitos und Yuuris entfernte Erinnerungen sowie die Umgebungen, durch die die zwei Mädchen reisen, erzählen von ihrem Untergang.

Weiterlesen »

Der Sprung eines Wals und einzigartige Ereignisse

Im Juli des Jahres 2020 durchquerte der Komet NEOWISE unser Sonnensystem und war mit seinem langen Schweif von der Erde aus mit blossem Auge zu beobachten. Ein Ereignis über das Medien, verstreut über die ganze Welt, berichteten. Untereinander liessen sich die Leute natürlich auch darüber aus. Und das wundert kaum, denn der Komet hat einen Orbit von etwa 6800 Jahren. Den Kometen mit eigenen Augen zu sehen, war demnach für jeden ein einmaliges Ereignis. Doch erklärt alleine das, warum Menschen sich gerade von solchen Momenten anziehen lassen? Wie verteilen sich überhaupt die Informationen rund um so ein Ereignis und welche Bedeutung hat es am Ende für die Menschen?

Weiterlesen »

Narutos ungenutztes Potential

Während Naruto und Sasuke nach ihrer Ankunft im Reich der Wellen damit beschäftigt sind, ihr Chakra beim Hochlaufen von Bäumen zu trainieren, fällt es Sakura zu, Tazuna bei einem Einkauf in die nahegelegene Stadt zu begleiten. Dieser Besuch stellt die Auswirkungen von Gatōs Handlungen auf das kleine Reich dar. Auf die Leute, die es bewohnen und das Leid, das sie erdulden: Sakura beobachtet einen Mann, der anbietet, jede Arbeit anzunehmen, aus der Verzweiflung heraus, keine mehr zu finden. Ein kleiner Junge klaut Würste aus einem Laden, Armut lässt Essen zu einem äusserst wertvollen Gut werden. Zwei weitere Kinder hocken am Strassenrand, die Köpfe in ihre Knie gelegt, es liegt nahe, anzunehmen, dass sie Waisen sind. Der Gemüseladen ist erbärmlich ausgestattet, auf Handel mit anderen Ländern können die Leute nicht setzen (zumal sie das Geld nicht hätten). Ein Mann versucht Sakuras Tasche zu klauen, da sie einen wohlhabenden Eindruck macht. Ein weiteres Kind erbettelt Essen bei Sakura, in ihrer Naivität gibt sie ihm lediglich Süssigkeiten, die dem Kind zwar Freude bereiten, den Hunger aber kaum stillen werden. Kurzum, das Leid der Menschen ist unübersehbar und wer einen funktionierenden Sinn für Moral hat, wird sich nun wünschen, dass Team 9 das Land aus den Fängen von Gatō befreit. Der Zweck der Szene ist voll erfüllt und die Serie kann genau auf dieses Ende zusteuern.Weiterlesen »

大好きのハグ – Die Intimität von Liz und der blaue Vogel

Beruhigung, Wärme, Geborgenheit, Nähe. Mit solchen Worten lassen sich sämtliche Werke Naoko Yamadas dank ihrer Regie charakterisieren, selbst wenn die eigentliche Thematik hin und wieder von diesen Begriffen abweicht. Und Liz und der blaue Vogel ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Wie zuvor K-On!, siedelt Liz und der blaue Vogel sich fast ausschliesslich um das Thema Freundschaft an. Jedoch um eine, die Gefahr läuft auseinander zu driften und so begleitet ein stetiges Gefühl der Melancholie den Film auf Schritt und Tritt. Naoko Yamada wäre aber nicht Naoko Yamada, wenn sie und ihr Team diese Situation nicht nutzen würden, um das Thema der Intimität intensiv zu beleuchten und schlussendlich mit einer warmen und hoffnungsvollen Stimmung zu enden.

Weiterlesen »

Über eine (schon lange absehbare) Veränderung

Dieser Blog zählt sich seit nun beinahe drei Jahre zu den wichtigsten Dingen in meinem Leben und ich denke, dass dieser Umstand erklärt, warum ich die letzten zwei Wochen geistig so extrem zerknirscht war. Eigentlich handelt es sich um eine Sache, die sich schon seit mehr als einem halben Jahr ganz leise in meinem Kopf bemerkbar gemacht hat und die ich in meinem Text kurz vor Neujahr angeschnitten habe, indem ich ausdrückte, diesen Blog hier als Hauptblog ablösen zu wollen. Eine solche Entscheidung dann aber auch wirklich in die Tat umzusetzen fällt zumindest mir sehr schwer. Sei es nun, weil ich Kritik an Medien so sehr mag oder weil so viel Zeit in diesen Blog geflossen ist. Wahrscheinlich ist es eine Mischung von beiden Faktoren und noch einigen anderen unterbewussten Dingen. Deswegen sollte ich wohl auch noch einmal einer Freundin danken, die mir diese Entscheidung „abgenommen“ hat, indem sie mir meine eigenen Gedanken vor Augen geführt hat. Soll bedeuten: Die Jin-Roh Kritik ist der letzte Text mit diesem Aufwand auf diesem Blog und ich werde das Akira Projekt, was ich als nächstes Projekt gewählt hatte, somit nicht umsetzen.Weiterlesen »

Eine Kritik von Jin-Roh

Wenn man einen Blick auf die Animefilme wirft, die den Test der Zeit überstanden haben und somit heute als Klassiker eingestuft werden, so sticht Jin-Roh als relativ unbekannter Film heraus, vor allem im Vergleich zu Grössen wie Akira oder Ghost in the Shell. Da Production I.G. und sogar Mamoru Oshii höchstpersönlich in die Produktion involviert waren, erscheint dieser Umstand merkwürdig und mag die Frage aufwerfen, ob die Qualität des Films dann vielleicht doch zu wünschen übrig lässt. Diese Frage ist diejenige, mit der ich mich in der folgenden Kritik beschäftigen möchte und zu diesem Ziel wird, wie für meine Kritiken üblich, jede Facette des Films betrachtet. Deshalb möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass es von Vorteil ist, Jin-Roh gesehen zu haben. Die Betrachtung soll zudem frei von Emotionen der Zuschauer und basierend auf den messbaren Fakten sein, um eine objektive Bewertung zu ermöglichen. Sollten fragen zu diesem Prozess bestehen, verweise ich hier gerne an meine Erklärung des Konzepts und meine drei letzten Kritiken, die eine direkte Umsetzung dieses Konzepts sind. Zitate entspringen diesmal ausschliesslich dem Making Of, welches auf der Blu-Ray enthalten ist, alle anderen Quellen sind an den entsprechenden Stellen im Text verlinkt. Damit soll es dann auch schon losgehen: Der erste Abschnitt wird sich um die Entstehung von Jin-Roh und erste Erklärungen zum Leitmotiv des Films drehen. Wen das nicht interessiert und wer somit lieber direkt mit der eigentlichen Kritik beginnen möchte, der möge bis zum fett geschriebenen Text scrollen, der den Anfang markiert.

Weiterlesen »

Eine Analyse der Eröffnung von K-On!

Eine Geschichte zu eröffnen ist alles andere als eine einfache Aufgabe. Im besten Fall startet man die Geschichte, führt erste Charaktere ein, setzt den Ton des Werkes und vermittelt vielleicht sogar einen Teil der Thematik. Während man all dies tut, sollte man wohl auch noch so gut darin sein, dass man das Interesse der Zuschauer gewinnen kann, damit diese weitere Zeit in das Werk investieren wollen. In diesem Sinne möchte ich einen Blick auf die Eröffnung von K-On! werfen, um aufzuzeigen, wie man eine simple Alltagsserie auf effektive Weise beginnen und wie viele Informationen man in kurzer Zeit vermitteln kann. Da man von mir generell einen objektiven Schreibstil gewohnt ist, möchte ich hier zudem anmerken, dass ich mir einige subjektive Einwürfe erlauben werde, die erläutern sollen, warum ich – und auch andere – so eine Bindung zu diesem Anime haben. Natürlich sind diese aber klar durch die genutzte Sprache abgegrenzt.Weiterlesen »

Die objektive Kritik – Eine Erklärung

Während meiner drei letzten Kritiken habe ich mehrfach erwähnt, dass diese eine objektive Betrachtung der jeweiligen Werke ermöglichen sollen, dementsprechend also objektive und keine subjektiven Kritiken sind. Um diese Aussage anständig zu erklären und zeitgleich der Idee entgegenzuwirken, dass die kritische Betrachtung von Kunst in ihrer Gänze subjektiv ist oder vollkommen von der Perspektive jedes einzelnen Betrachters abhängt, möchte ich mit dem folgenden Text definieren, was unter der objektiven Kritik zu verstehen ist.Weiterlesen »

Eine Kritik von Mahou Shoujo Madoka Magica the Movie: Rebellion – Part 3

Nachdem sich Kyubey endlich zu erkennen gegegeben hat, beginnt der dritte Akt, indem er ausdrückt, dass Homura die Suche nach der Wahrheit nicht aufgeben konnte, obwohl sie diese nicht wissen wollte und bezeichnet die menschliche Neugierde schlussfolgernd als unvernünftig. Diese Aussage wird sich später als ironisch herausstellen, da die “Neugierde” der Inkubatoren ihren Untergang zur Folge hat. Sein Kommentar selbst basiert auf der Logik, dass Homura wissen musste, wer die Hexe ist, da diese den Wunsch von Madoka in den Dreck zieht und somit ihr Feind ist, sie die Wahrheit aber gar nicht wissen wollte, da sie selbst die Hexe ist und Madoka somit selbst beschmutzt hat. Sie selbst ist also ihr Feind. Der ganze Hergang ist dabei klar auf die anfängliche Neugierde von Homura, ausgelöst durch die Unterschiede dieser Welt zu ihrer eigenen, zurückzuführen und so erklärt sich der zweite Teil seiner Aussage. Er fügt dann hinzu, dass die Inkubatoren sich sicher waren, dass Homura die Antwort früher oder später finden würde, was weiterhin logisch ist, da es nur eine mögliche Lösung gibt und es somit egal ist, wie lange sie andere Möglichkeiten abwägt. Seine Anwesenheit und der Fakt, dass er über die Information verfügt, dass es sich bei Homura um die Hexe handelt, lässt nun auch den Schluss zu, dass die Inkubatoren in die Erschaffung einer Hexe involviert sind, obwohl das Gesetz des Kreises existiert. Homura bestätigt dies mit der Aussage “Das alles geht also auf dich zurück.”Weiterlesen »