Wenn ein Bild mehr als tausend Worte sagt – Alleine in der Dunkelheit (Berserk)

Ein Tier von einem Mann, bewaffnet mit einem Werkzeug, das eher als überdimensionaler Brocken Eisen, statt als richtiges Schwert durchgeht, steht einer Gruppe aus grauenhaften, widerwärtigen und abstrakten Kreaturen gegenüber. Das ist, was man den Leuten generell zeigt, wenn man ihnen Berserk vorstellen möchte, da diese Momente normalerweise die beeindruckendsten Stellen des Manga darstellen, wenn man nur auf die Zeichnungen Wert legt. Berserk ist jedoch so viel mehr als pures Gemetzel und für mich hat sich die wahre Stärke des Manga immer viel mehr in seinen ruhigen Momenten widergespiegelt, die meist die Komplexität der Gefühle der Charaktere durch Kentario Miuras Genie, was Zeichnungen und Inszenierung angeht, viel besser darstellen als die Action Szenen. In diesem Sinne stellt dieses Bild von Guts alleine in der Dunkelheit zurückgelassen, kurz nach dem tragischen Ende der Eklipse, den absoluten Höhepunkt dieser Aussage dar. Denn was dieser eine Moment vermittelt sind die gesamten Emotionen der Reise von Guts bis zu diesem Punkt, mit allen Höhen und Tiefen. Das Thema von Guts aus dem Soundtrack des Anime ist für mich dabei die perfekte Untermalung und drückt diese Gefühle in einer Weise aus, die der Musik vorbehalten ist und die Worten verwehrt bleibt.Weiterlesen »

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Das erste Jahr in K-On! – Eine Zeit der Reflexion

Kennt ihr den Moment, wenn man in den Urlaub fährt und einen das stechende Gefühl nicht mehr loslässt, dass man irgendetwas vergessen hat, es aber unmöglich erscheint zu sagen was genau einem denn fehlt? Dann trifft einen aus dem Nichts die Erkenntnis und man ist schockiert darüber, wie einem etwas so wichtiges überhaupt entgehen konnte, da diese Sache sonst immer da ist und somit praktisch selbstverständlich ist. Genauso fühlt sich bei erneutem Anschauen von K-On! das erste der drei Schuljahre für mich an. Dieser Abschnitt beschreibt im groben den Zeitraum, in welchem Mio, Yui, Ritsu und Mugi innerhalb eines Schulclubs eine eigene Band gründen und somit das Fundament für die gemeinsame Freundschaft legen, welche den thematischen Kern des Anime ausmacht. Inmitten dieser Aussage brennend findet sich allerdings auch der Grund dafür wieder, warum es sich für mich so merkwürdig anfühlt diese Episoden mit dem emotionalen Gepäck des gesamten Anime anzuschauen: Azusa fehlt, da sie erst im zweiten Schuljahr auf die Schule kommt.Weiterlesen »

Anime Season Rückblick – Fall 2017

Da ich nicht besonders oft über die aktuell laufenden Anime schreibe, meine Meinung zu diesen aber teilen will, möchte ich das Ende der laufenden Season nutzen, um kurz über die Anime zu reden, die ich gesehen habe. Natürlich Spoilerfrei. Die meisten der abgebrochene Anime (z.B. Blend-S) lasse ich aus, da ich nicht wirklich etwas über diese zu sagen habe. Falls ihr die Wertungen und eine kurze Beschreibung für den genauen Grund des Droppens dieser Anime sehen wollt, findet ihre diese auf MyAnimeList auf meiner “Dropped” Liste. Desweiteren werde ich 2-Cours Anime (~24 Episoden) erst ansprechen, wenn diese abgeschlossen sind, um mich nicht zu wiederholen.Weiterlesen »

Die drei Stufen des Anime Fanservice

Auf eine gewisse Weise denke ich, dass Anime Fans, die dem Medium schon etwas länger folgen abgestumpft im Bezug auf Fanservice werden und es irgendwann als einen üblichen Bestandteil vieler Anime akzeptieren, selbst wenn sie nicht die grössten Fans davon sind. So ungefähr sieht zumindest meine Erfahrung über die letzten Jahre aus. Die Aufnahme der Unterwäsche eines weiblichen Charakters unter ihrem Rock oder das “ohne jeden Zweifel versehentliche” Begrapschen der Brüste einer seiner Angehimmelten durch einen Harem Protagonisten sind für die meisten Leute wohl das Erste, was ihnen durch den Kopf schiesst, wenn sie an dieses Thema denken. Ganz einfach, weil diese Stellen sich so oft wiederholen und man sie dementsprechend schon dutzende Male gesehen hat. Es handelt sich also um Momente, bei denen ich das Gefühl habe, mein Gehirn verarbeitet gar nicht mehr, dass sie passieren, sondern spielt nur noch das Rollen der Augen als Reaktion darauf ab. Ich denke das ist der Grund, warum Fanservice als Konzept so einen schlechten Ruf hat. Durch den Sport Anime Free! von Kyoto Animation ist mir jedoch klar geworden, dass die Wurzel des Fanservice viel tiefer reicht und ein essentieller Bestandteil von so ziemlich jedem Anime ist, was für mich erklärt, warum ich generell keine Abneigung gegen Fanservice habe. In diesem Sinne ist Free! eine der bizarrsten Erfahrungen, die ich jemals mit einem Anime hatte, da ich erst einen von Anime Fans klassifizierten “Pretty Boy Anime” ansehen musste, um durch den “anderen” Fanservice – auch gerne als Manservice bezeichnet – zu realisieren, dass ein riesiger Teil aller Charaktere in diesem Medium attraktiv designt sind. Genau das fällt für mich unter die Definition, die ich vom Begriff Fanservice habe und als Ergebnis von dieser Erkenntnis denke ich, dass wir Fanservice in drei Stufen von Anime unterteilen sollten, um besser über das Thema reden zu können.Weiterlesen »

Kyoto Animation und schlechte Action Anime

Studio Kyoto Animation ist nun schon seit einiger Zeit mein bevorzugtes Anime Studio. Das ist nicht wirklich verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Studio meine Favoritin unter den Anime Regisseuren – Naoko Yamada – beherbergt, meinen liebsten Anime produziert hat und allgemein über eine durchgehend hohe Produktionsqualität verfügt. Wie viele andere Leute auch habe ich mich jedoch immer gefragt, wie es denn wäre, wenn Kyoto Animation ihr Talent für Animationen nutzen würde und einen spassigen Action Anime wie Princess Principal auf unsere Bildschirme bringen würden. Zwar hat Kyoto Animation dies nie wirklich getan, aber mit Musaigen no Phantom World und Kyoukai no Kanata haben sie zwei Anime auf dem Markt gebracht, die einen angemessenen Anteil Action Elemente beinhalten und so mit etwas gutem Willen als Teil des Action Genre durchgehen können. Leider teilen sie sich aber nicht nur diese Gemeinsamkeit, sondern sind sich auch in anderen, weniger schönen Bereichen relativ ähnlich. Ich halte es für eine massive Verschwendung, dass KyoAni in beiden Fällen ein Material für die Adaption gewählt hat, dessen Setting die Highschool ist. Das an sich wäre nicht wirklich ein Problem, aber da der Grossteil der Anime von KyoAni auch in eben diesem Setting spielt, hätte man hier die Chance nutzen und für etwas Abwechslung sorgen können. Mal ganz davon zu schweigen, dass Action und Highschool irgendwie nicht so richtig zusammenpassen will und sich die zwei Seiten meiner Meinung nach eher im Weg stehen, wenn man nicht die ganze Welt darum aufbaut à la Boku no Hero Academia. Aber wie gesagt, das ist nicht wirklich das Problem, dem sich diese zwei Anime stellen müssen, da das eigentliche viel tiefer geht beziehungsweise deutlich fundamentaler ist. Gelinde ausgedrückt ist das originale Material von beiden Anime Schrott.Weiterlesen »

If My Heart Had Wings – Wie hoch vereinte Herzen reichen können

Ich hatte schon immer eine Schwäche für Geschichten, in denen sich Charaktere in einem Hobby verlieren und alles für das Erreichen eines bestimmten Zieles im Zusammenhang mit diesem Hobby geben. Das liegt hauptsächlich daran, dass Charaktere dadurch unglaublich schnell sympathisch und einfach zu unterstützen werden. Dadurch fiebere ich mit ihnen mit und möchte sehen, dass sie ihr Ziel erreichen. Man könnte dieses Element also als Linse für effiziente Charakterisierung ansehen, durch welche wir die Charaktere gut betrachten und schlussendlich verstehen können. Die Art wie sie mit ihrem Hobby umgehen und welche Wörter sie nutzen, um darüber zu reden, erzählt uns viel über diese Charaktere, ohne dass jemand mit dem Finger darauf zeigen muss. Deswegen bin ich froh, dass im Kern von If My Heart Had Wings genau diese Sache steht.Weiterlesen »

Der Umgang mit „Kritik“

Kritik zu erhalten kann eine wundervolle Sache sein. Es hilft uns unsere Fehler zu erkennen, aus diesen zu lernen und das Gelernte dann anzuwenden, um eine neue Stufe unserer Fähigkeiten zu erreichen. Nun, ich habe auf diesem Blog nie besonders viel Kritik erhalten und Kommentare haben sich entweder auf Lob oder generelle Diskussionen beschränkt. In diesem Sinne waren die letzten Monate, nachdem dieser Blog nach ungefähr einem Jahr endlich etwas Aufwind erfahren hat, sehr schön anzusehen und ich möchte mich bei jedem bedanken, der ein Teil davon war und immer noch ist. Leider ist eine Danksagung an alle meine Leser nicht das Thema dieses Beitrags, da etwas so widerwärtiges geschehen ist, dass es eine Beleidigung für das Wort Kritik ist, im gleichen Satz genannt zu werden. Zu diesem Zweck bitte ich euch einen Blick auf den folgenden Kommentar aus meinem Beitrag “Das grauenhafte Fähigkeiten System von Guilty Crown” zu werfen, der vor ein paar Tagen aufgetaucht ist.Weiterlesen »