Shin Itagaki und die schrecklichen Animationen von Berserk 2016/17

Habt ihr jemals einen Anime mit dem Namen Teekyuu gesehen? Bei Teekyuu handelt es sich um einen Comedy Anime mit einer Folgenlänge von 2 Minuten, welcher sich mittlerweile über acht Staffeln erstreckt.

Dabei dreht sich die Handlung von Teekyuu um den Alltag eines „Tennisclubs“. Und ich stecke dieses Wort in Anführungszeichen, weil das Geschehen selber überhaupt nichts mit Tennis zu tun hat, sondern sich stattdessen mit völlig überdrehte Szenarien beschäftigt.

Das Markenzeichen von Teekyuu ist sein unbegreifliches Tempo. Es folgt Pointe nach Pointe, während die Charaktere mit mindestens doppelter Geschwindigkeit reden um so viel bescheuerten Kram wie möglich in eine Folge zu verpacken. Woraufhin man sich nach jeder Folge fragt, was man da eigentlich gerade gesehen hat.

Aber was genau hat dieser merkwürdige Anime Short über geisteskranke Highschool Schülerinnen mit der neuen Adaption vom überaus düsteren und brutalen Berserk zu tun? Die Antwort auf diese Frage ist „Einfach alles“. Die blosse Existenz von Teekyuu beantwortet die Frage warum Berserk 2016/17 so scheusslich aussieht.

Und um diese Verbindung verstehen zu können müssen wir den Stil von Regisseur Shin Itagaki verstehen, welcher in Teekyuu wunderbar funktioniert und in Berserk 2016/17 auf ganzer Linie versagt.

Der Grossteil der Leute scheint der Auffassung zu sein, dass Berserk 2016/17 schlecht aussieht, weil es „Full“ CGI ist. Und ich gebe diesen Leute vollkommen Recht. Die hässlichen 3D Modelle der Charaktere und ihre robotischen Bewegungen tragen ihren Teil zum Schlamassel bei und können den Geist des Manga nicht einfangen.

Aber ich denke, dass ein fundamentaleres Problem im Bezug auf die Regie selbst besteht, welches sich am deutlichsten im Fluss der Szenen und Einsatz der Kamera zeigt.

Wie ich schon zu Beginn erwähnte ist Shin Itagakis Stil unglaublich schnell und unverständlich. In Teekyuu ist die Kamera konstant in einer zügigen Bewegung und fährt von den verschiedensten Richtungen über die Charaktere, während Szene an Szene gepresst wird ohne die kleinste Atempause. Dadurch ist der Zuschauer entweder erstaunt über das merkwürdige Geschehen oder – wie ich – konstant am lachen, weil es so unglaublich bescheuert ist.

Jedoch liegt genau da das Problem. Shin Itagakis Stil ist perfekt für einen überdrehten Comedy Anime, aber katastrophal für einen dramatischen Anime.

Und der Übergang von 2D zu 3D macht das ganze noch schlimmer. Es ist unglaublich schwierig sich auf die Handlung und Ereignisse zu konzentrieren, wenn die Führung der Kamera und der Fluss der Szenen so unverständlich ist. Versucht nur die Bar Szene vom Beginn von Berserk 2016 anzuschauen und mir zu erklären wie die Charaktere positioniert sind bzw. wie sie sich durch den Raum bewegen.

Shin Itagaki ist der Grund, warum die Kamera ständig in Bewegung ist, sich von links nach rechts über die Charaktere bewegt und dabei soweit über diese hinausschiesst, bis sie fast nicht mehr zu sehen sind bevor das Bild wechselt. Oder auch warum die Kamera ständig wie auf Schienen um die grässlichen Charaktermodelle herumfährt und sie präsentiert, als wären sie von Gott selbst geschaffen.

Er scheint nicht darüber nachzudenken, welche Positionierung angenehm für das Auge des Zuschauer ist oder welcher Bildfluss die Ereignisse verständlicher rüberbringen würde. Vielmehr wirkt er wie ein kleines Kind, welches gerade ein neues Spielzeug bekommen hat. Und bei diesem Spielzeug handelt es sich leider um den 3D Animationsstil, welchen wir in Berserk 2016/17 sehen…

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