Meine Probleme mit Persona 1

Nachdem ich Persona 5, als meinen ersten Teil des Franchise, beendet hatte, war mein grosses Interesse an den alten Ablegern der Reihe geweckt und so widmete ich mich dem allerersten Teil der Serie, der nun schon mehr als 20 Jahre auf dem Buckel hat. Da ich ausserdem gehört hatte, dass Teil 1 und 2, im Vergleich zu 3, 4 und 5, deutlich anders sein sollten, war ich gespannt zu sehen wie mir diese gefallen würden. Nachdem ich mich ganze 16 Stunden durch das Spiel gequält habe, in der Hoffnung es irgendwie zu beenden, kann ich nun leider sagen, dass es sich bei dem Wort, auf welches ich Persona 1 herunterbrechen würde um “lästig” handelt.

Unter Umständen, hätten viele meiner Probleme durch das PSP Remake gelöst werden können, jedoch bekam ich keinen PSP Emulator auf meinem Rechner zum Laufen, wodurch mir nur die PS1 Version blieb. Tatsächlich bedeutet das auch, dass ich keinen Blick auf Persona 2 werfen kann, da nur das PSP Remake einen englischen Release bekommen hat.

Was mich an Persona 5 so begeistert hat war die Balance zwischen der Geschichte, den Dating-Sim Elementen und den Kämpfen/anderen Gameplay Elementen. Ich wusste, dass die Dating-Sim Elemente bis Persona 3 nicht vorkommen. Was mir aber nicht bewusst war ist, dass Persona 1 zu 95% aus einem einzigen Gameplay Aspekt besteht: Kämpfen.

Rundenbasierte Kampfsysteme sind nicht unbedingt dafür bekannt, actionreich oder besonders spannend zu sein, wenn man es mit dem Echtzeit Äquivalent vergleicht. Da sie einem aber erlauben deutlich taktischer vorzugehen und die sich die Zeit zu nehmen, die man benötigt, bin ich trotzdem ein grosser Fan von diesen. Was mir jedoch in diesem Zusammenhang wichtig ist, ist das Tempo der Kämpfe. Die Animationen und Abläufe der Kämpfe sollten schnell sein, um zu garantieren, dass man Kämpfe mit unbedeutenden Gegnern schnell abhandeln kann und der Fluss des Gameplays nicht zu stark durch die Kämpfe unterbrochen wird. Das ist das fundamentale Problem, welches ich mit Persona 1 hatte und der Hauptgrund für meinen Abbruch. Die Kämpfe ziehen sich wie ein Äonen alter Kaugummi. Ich versah mich oft in der Situation, dass ich meinen Charakteren ihre Befehle gab und dann für eine halbe Minute auf meinem zweiten Bildschirm etwas anderes tat, bis die Runde endlich vorbei war. Und das beinhaltet noch nicht einmal den Fakt, dass teilweise normale Gegner so stark sind, dass einige meiner Kämpfe mit ihnen bis zu 5 Minuten gegangen sind. Auf die Dauer zermürbte dies, langsam aber sicher, meine Motivation.

Jedoch wäre das wohl nicht so schlimm gewesen, wenn die Kämpfe auf die Dungeons beschränkt gewesen wären. Leider sind die Kämpfe aber ÜBERALL. Das bedeutet folgendes: Man kommt aus einem Dungeon voller langer Kämpfe, marschiert über die Weltkarte, gefüllt mit langen Kämpfen, in den nächsten Dungeon, welcher auch mit langen Kämpfen vollgestopft ist. Schwächen der Gegner konnte ich nie erkennen, da dies nicht angezeigt wird und die eigenen Persona stärker zu machen ist nervtötend, da die Fusionierung unglaublich kompliziert ist. Ganz zu schweigen von dem bescheuerten Rekrutierungssystem um neue Persona Karten zu bekommen. Und alle diese Elemente werden nur durch die höchstens 5 Minuten langen Story Abschnitte aufgelockert.

Dieses Fiasko tut mir innerlich so weh, weil es einige Dinge an diesem Spiel gibt, die mir unglaublich gut gefallen haben und für die ich versucht habe das Spiel zu beenden. So kurz die Story Abschnitte auch sind, die Dynamik zwischen den Protagonisten hat mir ziemlich gut gefallen. Alle Charaktere unterscheiden sich und machen die Situationen durch ihre Interaktionen interessant zum Zuschauen.

Zusätzlich ist die Atmosphäre des Spiels fantastisch. Nicht nur durch die bizarre Horror und Mystery Geschichte, die durchaus ihren Charme hat und deren Ende ich gerne gesehen hätte, abseits von einer Zusammenfassung die ich nach meinem Abbruch gelesen habe. Sondern vor allem durch die Musik, welche düster und mysteriös im Hintergrund wabert und den deutlich anderen Ton im Vergleich zu anderen Ablegern im Franchise darstellt.

Ausserdem ist es grandios, dass Igor, der Velvet Room und das fantastische Thema von diesem hier ihren Ursprung fanden. Im Velvet Room sind sogar eine Sängerin und ein Klavierspieler, die das Thema spielen. Wie kann man das nicht grossartig finden. Die Charaktere schreien zusätzlich noch ständig “PERSONA”, wenn man eine Persona Attacke einsetzt und irgendwie hat mich das glücklich gemacht.

Zurückschauend war mein Versuch Persona 1 durchzuspielen ganz ähnlich wie mein Versuch Final Fantasy 7 zu spielen. In beiden Spielen wurde ich von der Welt, den Charakteren und der Atmosphäre absorbiert, aber so stark vom Gameplay abgestossen, dass ich zu frustriert wurde um das Spiel zu beenden. Jedoch halte ich es für eine wichtige Erfahrung, die Anfänge der Persona Reihe wenigstens gesehen zu haben, um die Geschichte dieses Franchise zu verstehen.

Das wurde ja deutlich unstrukturierter als ich es wollte… Aber wie auch immer. Es war mir wichtig meine Gedanken zu diesem Spiel niederzuschreiben. Wie schon erwähnt habe ich keinen Weg gefunden Persona 2 zu spielen, jedoch habe ich Persona 3 schon begonnen und fühle mich in diesem Spiel wieder wie zuhause.

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