Eine Kritik von Mahou Shoujo Madoka Magica – Part 2 (Nebencharaktere)

Nachdem wir das letzte Mal hauptsächlich das Setting im Detail angeschaut haben, da die Handlung alleine eher im Hintergrund steht, sind nun die Charaktere an der Reihe. Dabei möchte ich auf so ziemlich jeden eingehen, der irgendeine halbwegs wichtige Rolle spielt und den Anfang machen die nicht besonders wichtigen Nebencharaktere.

Die zwei Männer im Zug

Beginnen werden wir dabei mit zwei Männern, die in Folge acht einen kurzen Auftritt haben, als Sayaka ihnen in einem Zug begegnet. Der Name des rechts sitzenden Mannes ist nicht bekannt, während eben dieser erwähnt, dass der linke Sho heisst. Die beiden sind stark frauenfeindlich veranlagt, wie man aus dem Dialog entnehmen kann. Sie reden darüber, dass man von Frauen alles einfordern muss, was sie verdienen, da sie dumm sind und sonst alles Geld für Quatsch ausgeben. Auch denken sie, dass Frauen gefallen daran finden, wenn man sie wie Hunde abrichtet und nicht wie Menschen behandelt. Sie scheinen zudem die Erfahrung gemacht zu haben, dass alle Frauen ruhig werden, sobald man laut wird und sollte man einmal nachgeben, werden sie gleich frech und wollen heiraten, weswegen sie denken, dass man Frauen keinesfalls verwöhnen darf, vor allem, da sie sich fragen, ob Frauen wirklich denken, dass sie zehn Jahre später noch etwas nützen. Aber am Schlimmsten für den rechten Mann ist, dass es immer gleich Zoff gibt, wenn man Frauen verlassen will und er beneidet Sho dafür, dass der so gut darin ist. In der kurzen Zeit, die man diese zwei Herren sieht, wurden sie durch ihr klares Weltbild solide als nicht besonders weltoffene Menschen charakterisiert, mancher mag gar sagen, dass sie Abschaum sind. Behaltet diese zwei im Hinterkopf, da sie in Bezug auf Sayaka noch einmal wichtig werden.

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Tatsuya

Als nächstes haben wir Tatsuya, den kleinen Bruder von Madoka und er ist simpel ein Kleinkind, wie man es sich gerne vorstellen würde, denn man sieht ihn nur begrenzt, wodurch seine unschuldig niedliche und ab und an tollpatschige Seite im Mittelpunkt steht. Erwähnenswert ist, dass er schon eine gewisse Sorge für seine Familie zeigt, da er auf das Weinen von Madoka am Esstisch mit der Frage reagiert, was denn mit ihr los ist. Zusätzlich zeigt er Begeisterung für Neues, da er die Evakuierung am Ende der Serie als einen Ausflug mit Camping sieht. Alles in allem ein annehmbares Kind.

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Tomohisa

Hauptsächlich auf Tatsuya aufpassen tut der Vater von Madoka, Tomohisa, der sein Leben als Hausmann verbringt, während seine Frau für das Einkommen sorgt. In diesem Sinne kümmert er sich um das Haus und alles was damit zutun hat, also beispielsweise das Frühstück für die Familie zubereiten. Dass er Tatsuya im Auge hat, sieht man an einigen Stellen, zum Beispiel in der Evakuierungshalle, wo er diesem sagt, dass das auf jeden Fall ein Ausflug ist und kurz vor Schluss, wo er Tatsuya von Homura wegzieht und ihn dafür rügt, versucht zu haben, an ihren Haaren zu ziehen.  Zudem zeigt er, dass er für die Familie einen Blick auf die Zeit behält, als er Madoka darauf hinweist, dass sie sich beeilen muss, weil sie sonst zu spät zur Schule kommt. Wie man es erwartet, liebt er seine Familie natürlich, was sich durch kleine Dinge zeigt, wie dass er Madoka selbst in der Nacht noch einen Kakao anbietet oder seine Frau Junko zum Abschied küsst. Vor allem die Liebe zu dieser zeigt sich jedoch stärker, wenn man sieht, dass er Mitten in der Nacht bereit ist, ihr ein Glas Wasser zu bringen und sie ins Bett zu geleiten, wenn sie betrunken von der Arbeit nach Hause kommt. Beschweren tut er sich über solche Dinge nie.

Auch beweist er ein tiefes Verständnis von Junko als Person, als er Madoka erklärt, dass sie nicht an ihrer Arbeit hängt, sondern es liebt sich anzustrengen und dass die Zufriedenheit, wenn etwas klappt, der grösste Schatz für sie ist. Er denkt, dass sie bestimmt kein Leben als Angestellte fristen wollte, aber sie versucht trotzdem ihr Leben so zu führen, wie sie es sich vorgestellt hat und dafür liebt und respektiert er sie. Er fügt sogar hinzu, dass er stolz darauf ist, was für ein toller Mensch sie ist. Es sollte wohl auch noch erwähnt werden, dass er in ihrem Garten zum Beispiel Tomaten anpflanzt, was dafür spricht, dass ihm die Gärtnerei Spass macht, da er sonst nicht am Morgen früh seine Zeit damit verbringen würde. Damit wird klar, dass auch er kein besonders komplexer Charakter ist, aber für die kurze Zeit bekommen wir ein gutes Verständnis von seiner Einstellung seiner Familie gegenüber. Zudem erklärt seine ruhige und nette Art, warum Madoka die Person ist, als die wir sie durch den Anime erleben.

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Der Vater von Kyouko

Tomohisa ist jedoch nicht der einzige Vater, der in dieser Geschichte vorkommt. In der Vergangenheit von Kyouko erfährt man einiges über ihren Vater, natürlich aus ihrer Perspektive erzählt. Laut ihrer Erzählung war er ein viel zu netter und aufrichtiger Mann, der sogar Tränen vergoss, wenn er die Zeitung las. Deswegen kam er zu der Überzeugung, dass die Menschen einen neuen Glauben brauchten, der es ihnen ermöglichte, wieder etwas Mut zu schöpfen. Also predigte er nicht die Lehren, welche sich in den Bücher fanden, was dazu führte, dass er von der Kirche entlassen wurde, zudem hörte ihm niemand zu, wodurch sie kein Geld mehr hatten und hungern mussten. Kyouko fügt im Speziellen an, dass es egal war, wie viel Wahrheit seine Worte enthielten, er wurde ignoriert, wobei der erste Teil natürlich ihre subjektive Meinung ist, die wir nicht bestätigen können. An diesem Punkt kommt der Wunsch von Kyouko ins Spiel, da sie sich wünschte, dass die Leute ihrem Vater endlich zuhören und somit erschienen mehr und mehr Leute zu seinen Predigten, was ihn natürlich freute. Jedoch fand er nach einiger Zeit heraus, was Kyouko getan hat, wodurch er komplett ausrastete und sie als Hexe bezichtigte, die die Menschen verführt. Zudem wollte er nicht darauf hören, dass sie richtige Hexen bekämpft. Dieser Wutausbruch ist simpel dadurch zu erklären, dass er dachte, dass die Leute nach all der Zeit, nach all seinen Mühen, endlich dem zuhören würden, was er zu sagen hat. Sozusagen, dass er das aus eigener Kraft heraus geschafft hat und zu realisieren, dass alles nur durch einen Wunsch geschehen ist, der die Menschen faktisch kontrolliert hat, hat diesen Mann gebrochen. Man muss bedenken, dass er Gutes tun wollte und Leute zu kontrollieren, geht klar dagegen. Er verfiel darauf in eine Alkoholsucht und wurde wahnsinnig, was dazu führte, dass er sich und seine Familie verbrannte, lediglich Kyouko blieb alleine zurück. Durch diese Erzählung erhalten wir nicht nur einen entwickelten und  nachvollziehbaren Charakter in kurzer Zeit, sondern er ist natürlich von äusserster Wichtigkeit, um Kyouko als Charakter verstehen zu können.

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Kazuko

Die nächste Person, die wir betrachten wollen, ist die Lehrerin der Klasse von Madoka, die den Namen Kazuko trägt. Durch den Grossteil der Serie hinweg wird sie durch ihre, immer scheiternden, Beziehungen charakterisiert. So sieht man sie bei ihrem ersten Auftritt, wie sie über ihre neueste Liebe vor der Klasse erzählt und der Kommentar von Madoka informiert uns, dass das wohl die Norm ist. Die Probleme, die dabei entstehen, bringt sie dann mit in den Unterricht, als sie beispielsweise plötzlich einen Jungen fragt, wie er seine Spiegeleier mag und als dieser meint, dass beide von ihr genannten Optionen gut sind, belehrt sie damit die Klasse, dass das genauso ist und Männer nicht so wählerisch sein sollten. Jedoch wird sie nicht nur für einen simplen Running Gag genutzt, sondern nach dem Tod von Sayaka sieht man eine ganz andere Seite von ihr, als sie mit der Mutter von Madoka, Junko, in einer Bar über dieses Ereignis redet. Die zwei sind übrigens enge Freundinnen, was man daraus schliessen kann, dass sie sich mit Vornamen ansprechen, was in Japan eher unüblich ist, wenn man keine enge Beziehung hat. Kommentare von ihr, wie, dass es noch nie die Stärke von Junko war, geduldig zu sein, unterstützen das.

Während dieser Szene drückt sie aus, dass es hart ist, eine Schülerin auf eine solche Weise zu verlieren (Man geht von einem Suizid oder Tod durch Erschöpfung aus) und meint, dass Sayaka wohl in denselben Jungen verliebt war, wie ein anderes Mädchen. Ihre Worte hier sind: “Normalerweise sind das bittersüsse Erinnerungen, aber bei so einem Ende…” Zusätzlich redet sie darüber, dass sie sich Sorgen macht, weil auch in der neunten Klasse eine Schülerin – Mami – verschwunden ist und sie fragt Junko, wie es Madoka geht, weil diese so eng mit Sayaka befreundet war. Durch diese Worte zeigt sie zum einen, dass ihr viel an ihren Schülern liegt, wenn sie solche Dinge sogar mit in den Feierabend nimmt und zum anderen, dass sie über andere Ereignisse – in Bezug auf Mami – an der Schule informiert ist. Als Junko hier erwähnt, dass sie Madoka nicht mehr versteht, drückt Kazuko aus, dass sie Junko so gar nicht kennt, was zeigt, dass sie weiss, wie die Beziehung zwischen Junko und Madoka eigentlich ist, ihre Beziehung zu Junko also so eng ist, dass sie über diese Dinge reden. Sie meint hier zudem, dass es für Eltern schwierig ist, wenn die Kinder selbstständig werden und gibt Junko den Rat, dass sie Madoka einfach vertrauen sollte, denn diese braucht bestimmt etwas Zeit, um ihre Gefühle zu sortieren. Als jemand, der mit Jugendlichen arbeitet, kommt so ein Rat definitiv nicht aus dem Nichts. Alles in allem ist die Szene in der Bar der wirklich wichtige Teil für ihren Charakter. Sie hätte ein Running Gag bleiben können, jedoch wurde ihr Komplexität gegeben, wodurch sie menschlicher wirkt und gleichzeitig sieht man durch sie eine Sichtweise auf die Ereignisse, von jemandem, der nicht in die Mahou Shoujo Sache involviert ist.

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Hitomi

Das Mädchen, welches in den selben Jungen wie Sayaka verliebt war, ist Hitomi und sie ist eine Freundin von Sayaka und Madoka. Wie wir später sehen werden, wird die Geschichte von Sayaka selbst einige Parallelen zum Märchen “Die kleine Meerjungfrau” haben und ich möchte hier schon einmal anmerken, dass Hitomi die Rolle der Prinzessin einnimmt, in die sich der Prinz des Märchens verliebt. Als wir Hitomi selbst das erste Mal sehen, wird als erstes klar gemacht, dass sie wohl sehr populär ist, da sie viele Liebesbriefe bekommt, was allerdings etwas ist, dass sie selbst unsicher macht und sie dementsprechend gar nicht will. Ihre Freundschaft zu Madoka drückt sich hier auch direkt aus, da sie diese freundlich anlächelt. Zudem erkennt man ihre gepflegte Wortwahl, da sie die knallige Schleife von Madoka nicht als “cool” oder “hübsch”, sondern als “bezaubernd” bezeichnet. Sie macht an dieser Stelle Sayaka und Madoka ausserdem auf deren Umgebung aufmerksam, als die Schabernack treiben, womit sie als Stimme der Vernunft in der Gruppe dient. Dementsprechend nimmt sie wenig später auch die merkwürdigen Träume von Madoka über Homura deutlich ernster als Sayaka und fragt sie, worum es denn in diesen ging. Sie geht sogar ernsthaft darauf ein, als sie ausdrückt, dass Madoka Homura vielleicht schon einmal getroffen hat und ihr Unterbewusstsein so die Träume ausgelöst haben könnte. Als sie die zwei anderen hier dann verlassen will, lernen wir durch die Frage von Sayaka, dass sie Klavier, Japanischen Tanz und Teezeremonien macht, an diesem Tag aber früher geht, um zu lernen. Zusammen mit der Aussage von Sayaka, dass sie froh ist, dass Kind von Kleinbürgern zu sein, kann man schliessen, dass sie aus einer reichen Familie stammt, was ihre höfliche Art und ihre Freizeitaktivitäten erklärt.

Jedoch hat Hitomi auch eine überdramatisierende Seite, die sich zeigt, nachdem Sayaka und Madoka Kyubey kennenlernen. Durch seine Unterstützung sind sie in der Lage auf telepathisches Weise miteiander zu kommunizieren, was Hitomi als komisch auffällt, weil die zwei sich dabei so komisch anschauen. Ihre Vermutung ist dann, dass am Tag zuvor etwas passiert sein muss, weswegen sie sich nun so gut verstehen, dass sie sich nur durch Blickkontakt verstehen. Sie bezeichnet eine Beziehung zwischen zwei Mädchen dann als verbotene Liebe und rennt dramatisch weg. Sie zieht das auch weiterhin durch, als Madoka und Sayaka sich später versuchen bei ihr zu entschuldigen und sie nur fragt, ob die zwei Geheimnisse vor ihr haben, sowie ausdrückt, dass sie sich wie das fünfte Rad am Wagen fühlt, bevor sie wieder wegrennt. Das zeigt gleichzeitig auch eine gewisse Unsicherheit, die sich die Hexe wohl zunutze macht, die Hitomi zum Teil des versuchten Massensuizides macht. Ich denke man kann hier anmerken, dass Hitomi, selbst unter der Kontrolle – auch wenn sich ihre Art verändert – weiterhin ihre vorher gezeigt Wortwahl behält, da sie Dinge wie “Unsere Körper sind doch nur eine Last.” sagt. Wie zuvor schon einmal erwähnt, ist sie nachher in dem Glauben, dass all das nur eine Massenhalluzination war und deswegen findet sie es mühsam sich untersuchen lassen zu müssen, da eigentlich nichts passiert ist. Auf die Frage von Sayaka, warum sie dann nicht einfach zuhause bleibt, meint sie, dass das doch nicht geht, weil es sonst so wirken würde, als wäre sie wirklich krank, ausserdem macht sich ihre Familie schon so Sorgen um sie. Hitomi möchte also niemandem Sorgen bereiten und achtet darauf, wie sie auf ihre Umgebung wirkt.

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Wichtig ist nun noch, dass Hitomi ein Geheimnis vor Sayaka und Madoka gehütet hat, was sie ersterer offenbart, als Kamijo – der Junge, in den Sayaka verliebt ist – wieder zur Schule geht. Ihr Geheimnis ist natürlich, dass auch sie in ihn verliebt ist, dabei ist es vollkommen in Ordnung, dass sie dieses Geheimnis hüten konnte, da sich Hitomi und Kamijo zumindest in der Zeit, die wir im Anime sehen, durch seinen Krankenhausaufenthalt, nie getroffen haben. Sie war zudem nie Teil eines Gesprächs, das sich um Kamijo drehte. Sie erzählt Sayaka das, weil sie sich ihren wahren Gefühlen stellen und ihm ihre Liebe offenbaren will, zudem stellt sie gezielt die Frage, ob Sayaka das auch kann. Sie ist sich nämlich vollkommen bewusst, dass Sayaka auch in ihn verliebt ist und erklärt ihr, dass sie Sayaka den Vortritt lassen wird, da sie Kamijo länger kennt und ihr eine wichtige Freundin ist. Einen Tag lässt sie ihr, bevor sie ihm ihre Liebe gestehen wird und sie hofft, dass Sayaka ihre Entscheidung nicht bereuen wird. Dadurch sehen wir, dass Hitomi nicht nur sagt, dass ihr Sayaka eine wichtige Freundin ist, sondern sie macht sich Gedanken darum, erkennt sogar, dass sie in den gleichen Jungen verliebt sind und bietet eine Lösung an, die Sayaka vorteilhafte Möglichkeiten gibt. Diese nutzt Sayaka dann jedoch nicht und wir sehen später wie Hitomi und Kamijo glücklich zusammen sind, da sie sich mit einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht unterhalten.

Dass das Verhalten ihrer Freundinnen ihr auffällt, sehen wir auch später noch einmal, kurz nachdem Sayaka verstorben – noch wissen nur Homura, Kyouko und Madoka davon – und Madoka dementsprechend deprimiert ist. Sie fragt Madoka hier, ob bei ihr alles in Ordnung ist und ergänzt die besorgte Frage, ob Sayaka wohl wieder krank ist. Hitomi würde sie auch gerne besuchen, ist sich aber nicht sicher, ob das Sayaka freuen würde, wegen der ganzen Sache mit Kamijo, was sich natürlich auf die Aussage bezieht, dass sie Sayaka sagte, sie solle ihre Entscheidung nicht bereuen. Darüber grübelt sie immer noch und deswegen findet sie es schwierig ihr gegenüberzutreten. Das letzte Mal sieht man Hitomi dann beim Auftritt von Kamijo und ihr Gesichtsausdruck wirkt aufgeregt, so als würde sie nicht wollen, dass er einen Fehler macht, wodurch sich ihre Liebe ihm gegenüber noch einmal ausdrückt. Wieder einmal kann ich nur ausdrücken, dass auch Hitomi keinen riesigen Haufen Zeit auf dem Bildschirm hat und doch eine anständige Komplexität in ihrem Charakter zeigt, der sie als vollständigen, dreidimensionalen Charakter definiert. Jedoch gibt es ein Manko in ihrer Geschichte, denn es wäre wertvoll gewesen ihre Reaktion auf den Tod von Sayaka zu sehen, weil sie sich wohl selbst die Schuld daran gegeben hätte, so viel, wie ihr an Sayaka lag. Da es aber nicht gezeigt wird, kann man es nicht wissen und das bezeichne ich als Verschwendung.

Kamijo

Sinnvoll ist es denke ich, direkt mit Kamijo fortzufahren, dem Jungen, in den Sayaka und Hitomi verliebt sind. In der Parallelen zu “Die kleine Meerjungfrau” nimmt er die Rolle des Prinzen ein. Wir treffen ihn das erste Mal im Krankenhaus, wenn Sayaka ihm CDs mitbringt, über die er sich freut. Bei diesen handelt es sich um klassische Musik und er drückt aus, dass Sayaka ein Talent dafür hat seltene CDs zu finden, von Künstlern deren Auftritte er als atemberaubend bezeichnet. Als er und Sayaka die CD hören, beginnt er beim Klang der Violinenmusik zu weinen und in Kombination mit der verbundenen Hand, die er versucht zu bewegen, zeigt sich, dass er selbst einmal ein Wunderkind an der Violine war, aber durch einen Unfall nicht mehr spielen kann. Deswegen ist er laut den Krankenschwestern ein schwieriger Fall, weil seine Laune dementsprechend ist. Diese Aussage wird untermauert, wenn Sayaka später wieder vorbeikommt, um ihm weitere CDs zu bringen. Er fragt sie darauf wütend, ob sie da ist, um ihn zu ärgern, ob sie ihm die Musik mitbringt, um ihn noch mehr zu quälen. Er kann es nicht mehr ertragen die Musik zu hören, die er nie wieder selbst spielen kann, eben weil er diese so sehr liebt. Um seine Wut zu unterstreichen, zerschlägt er den CD Spieler, seine Hand beginnt zu bluten und er bricht zusammen, weil er nicht mal etwas dabei spürt. Wie man dann noch erfährt, haben ihm die Ärzte kurz zuvor gesagt, dass er aufgeben soll und nie mehr spielen können wird, wenn es keine Wunder oder Zauberei gibt. Seine Wut ist also durchaus nachvollziehbar, allerdings zeugt es nicht von Charakterstärke, dass er seine Frustration in Form von Wut an dem Mädchen auslässt, welches ihm immer half. Wichtig ist jedoch wirklich der Punkt, dass man verstehen und nachvollziehen kann, wieso er handelt, wie er handelt.

Wie sich dann herausstellt, gibt es Wunder und Zauberei und so wird die Hand von Kamijo durch den Wunsch von Sayaka geheilt. Kamijo selbst kommentiert das Ganz passend damit, dass ihm seine Verletzungen wie ein Traum vorkommen und dass es wie ein Wunder ist. Er kann jedoch noch nicht direkt entlassen werden, weil seine Beine durch den Unfall noch schwach sind und seine Heilung ein Rätsel aufwirft, weswegen Sayaka ihn noch einmal besucht. Diese Chance nutzt er, um sich für sein gemeines Verhalten zu entschuldigen, er zeigt zudem, dass er realisiert, was für eine Hilfe ihm Sayaka war. Das ist etwas, was auch der Prinz in “Die kleine Meerjungfrau” realisiert, während dieser auch nicht merkt, dass die kleine Meerjungfrau in ihn verliebt ist, so wie Kamijo das bei Sayaka nicht merkt. Man erfährt hier auch, dass er seinen Vater bat seine Violine wegzuwerfen, was der nicht wollte, weswegen Kamijo an dieser Stelle das erste Mal wieder spielen kann. Wenig später wird er natürlich entlassen und kommt mit Hitomi zusammen.

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Seine Geschichte endet auch bei dem Ave Maria Auftritt, der ganz zum Schluss jedoch in einen Auftritt übergeht, der ihn älter zeigt, wodurch man noch sieht, dass er diese Karriere auch als Erwachsener weiter verfolgt hat, womit der Wunsch von Sayaka definitiv seinen Nutzen hatte. Was er jedoch niemals erfährt ist, dass Sayaka in ihn verliebt war, was darauf zurückzuführen ist, dass er, was diese Dinge angeht, sehr schwer von Begriff ist. Das sieht man wundervoll daran, dass er, als Hitomi ihn begleitet, um ihm ihre Liebe zu gestehen, keinen Plan hat, warum sie ihn begleiten könnte wenn sie doch eigentlich in die andere Richtung wohnt. So zeigt sich, dass er, obwohl er nicht so komplex wie Hitomi ist, seine Rolle als Nebencharakter gut erfüllt. Er wird, wie wegen der kurzen Zeit die meisten anderen Nebencharaktere auch, wenig bis gar nicht entwickelt, dafür aber solide charakterisiert, denn bei ihm zeigen sich Stärken und Schwächen, wir wissen was wichtig für ihn ist, was nicht und können sein Verhalten dadurch am Ende nachvollziehen. Damit verbleiben noch zwei Nebencharaktere, deren Rolle etwas grösser sind.

Junko

Die erste ist dabei die Mutter von Madoka, Junko. Wir lernen sie direkt zu Beginn der ersten Folge kennen und sehen erst einmal, dass sie Langschläferin ist, da Madoka und Tatsuya sie gemeinsam, auf Wunsch ihres Vaters, wecken müssen. Wie sich später zeigt, ist der Grund hierfür relativ sicher, dass sie meist spät nach Hause kommt. In der Szene im Bad, die hierauf folgt, bekommt man einen guten Ersteindruck von ihr. Während sie sich fertig machen und Madoka von den Liebesbriefen erzählt, die Hitomi bekommt, redet sie darüber, dass Jungs, die ihre Liebe nicht selbst gestehen, nutzlos sind, was dann wohl auch bedeutet, dass Tomohisa ihr die Liebe direkt gestanden hat, da sie ihn wohl sonst nicht genommen hätte. Dadurch wendet sich das Gespräch dann Kazuko zu, woraus man schon hier schliessen kann, dass Junko und sie sich kennen. In Bezug auf sie sagt Junko, dass bei ihr jetzt die gefährliche Zeit anfängt, denn wenn das erste verliebt sein vorbei ist, kommen die wahren Schwächen zum Vorschein, was wiederum die Lebenserfahrung von Junko aufzeigt und sich später auch als wahr herausstellt, da Kazuko sich über besagte Schwächen im Unterricht aufregt. Darauf sieht man kurz ihren grossen Schminkkoffer und wie sich sich fertig macht, was ausdrückt, dass sie auf ihr Aussehen achtet. Beim Frühstück stellt sie dann ihre Aufmerksamkeit und Schnelligkeit, trotz Zeitung lesen, unter Beweis, als sie eine Tomate auffängt, die Tatsuya von seinem Teller fallen lässt. Dass sie darauf voller Energie zur Arbeit geht, unterstützt, dass sie gerne arbeitet beziehungsweise sich anstrengt, wie Tomohisa sagte.

Ihre Meinung zu besagter Arbeit wird noch in weiteren Instanzen vertieft. Als Madoka sie fragt, was sie sich wünschen würde, sagt sie, ohne zu zögern, dass sie zwei Mitglieder des Vorstands, sowie den Geschäftsführer verschwinden lassen würde. Man könnte meinen, dass sie das sagt, weil sie aufsteigen will, jedoch zeigt ihre Reaktion auf den Kommentar von Madoka, dass sie doch einfach Geschäftsführerin werden soll, ein Erstaunen und sie meint, das wäre tatsächlich ganz gut, worauf sie direkt anfängt darüber nachzudenken, wie sie das umsetzen könnte. Beispielsweise müsste sie dafür die Verkaufsabteilung auf ihre Seite ziehen, was aufzeigt, dass sie eine planende Natur hat und Dinge sofort in die Hand nehmen will. Das echte Leben sieht dann aber nicht ganz so wünschenswert aus, da Junko spätabends sturzbetrunken nach Hause kommt und Madoka kommentiert das nur mit einem “Ach, schon wieder.” Junko regt sich auf dem Weg ins Bett dann noch darüber auf, dass der Glatzkopf sich gefälligst selbst einschütten soll, woraus man schliessen kann, dass sie auf einem Geschäftsessen mit ihrer Firma war und sich nicht nur aus Frustration betrinkt.

Trotz ihrem Fokus auf die Arbeit, kümmert sie sich natürlich auch um die Familie. So sieht man bei einem Frühstück wie sie Tatsuya liebevoll den Mund abwischt und darauf noch ein bisschen Witze mit ihm macht. Auch zeigt sie Sorge für ihre Familie, als Madoka an einem Abend länger weg war und Junko meint, dass sie ihr nichts vorschreiben will, sie aber froh wäre, wenn Madoka sich kurz melden könnte, wenn sie länger wegbleibt. Damit lässt sie Madoka gewisse Freiheiten, sorgt aber dafür, dass sie immer informiert ist, was ihre Tochter so treibt. Weiterhin zeigt sie ihre Unterstützung auch in kleinen Momenten, wie, dass sie schon mit einem Handtuch in der Hand vor der Haustür wartet, als Madoka von der Beerdigung von Sayaka wiederkommt, da es an diesem Tag regnet. Wichtiger als diese Dinge ist aber wohl, dass sie Madoka mit ihrem Rat zur Seite steht.

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Genau danach fragt Madoka nämlich in Bezug auf Sayaka, dass sie eine Freundin hat, die sich immer mehr verstrickt, obwohl sie das Richtige tut. Darauf sagt Junko, dass das Richtige tun leider nicht immer zu einem glücklichen Ende führt und vielleicht sogar zum Gegenteil führt, denn wenn jeder auf seinem Recht beharrt, rückt, laut ihr, das Glück mehr und mehr in die Ferne. Sie meint dann zu Madoka, dass sich einmischen aber vielleicht auch keine gute Lösung ist und fragt sie, ob sie trotzdem in diesem Fall schlichten will, auch wenn der Weg nicht optimal ist. Auf das Ja von Madoka sagt sie, dass Madoka in diesem Fall einen Fehler für Sayaka machen sollte, da diese zu vieles richtig macht und man erkennt manchmal erst im Nachhinein, dass das Falsche tun, auch mal das Richtige sein kann, wenn man in einer Sackgasse steckt, da wir schlussendlich aus unseren Fehlern lernen können. Dabei sollte natürlich gesagt werden, dass sie mit etwas Falsches tun nichts Schlimmes meint, sondern eher kleinere Dinge wie eine Lüge. Junko fügt hier dann noch hinzu, dass sich jede Mutter ein Kind wie Madoka wünschen würde, welches nicht lügt oder etwas anstellt und sich immer die Mühe gibt das Richtige zu tun. Eben darum erklärt sie Madoka aber, dass sie lernen sollte Fehler zu machen, weil die Wunden schneller heilen, wenn man jung ist und man als Erwachsener nicht mehr so oft die Möglichkeit hat, Fehler zu machen. Die Lektion wird dann abgeschlossen, als Madoka Junko fragt, ob es nicht schwer ist, erwachsen zu sein und diese scherzhaft sagt, dass Erwachsene deswegen trinken dürfen. Sie meint im Speziellen, dass Erwachsensein genauso viele Vor- wie Nachteile hat. Was ich hier, egal ob ihre Lektion jetzt wirklich hilfreich ist, oder nicht, wirklich wichtig zum Mitnehmen für uns als Zuschauer finde ist, dass das Geben dieser Lektion durch einen Erwachsenen Charakter getätigt wird, der auch die nötige Lebenserfahrung hat, um einer vierzehnjährigen so etwas zu sagen.

Was auch zeigt, dass sie ein Auge auf ihre Familie hat ist, dass ihr die Veränderung von Madoka nicht entgangen ist, wie sie in der Barszene mit Kazuko ausdrückt. Sie ist sich sicher, dass Madoka mehr über die Sache mit Sayaka weiss, aber sie glaube auch nicht, dass ihre Tochter sie anlügen würde. Damit ist dieser Fall das erste Mal für sie, dass sie nicht erkennen kann, was in ihre Tochter vor sich geht, sie ist jedoch überzeugt davon, dass sie etwas bedrückt. Trotzdem kann sie nichts tun, da Madoka sich ihr nicht anvertraut, auch wenn sie immer dachte, dass sie Madoka Halt geben könnte. Auf diese Aussage folgt der Rat von Kazuko und die Antwort von Junko darauf ist, dass es schwer ist zu warten, wenn man nichts tun kann. Damit zeigt sich zum einen stark die Schwäche von Junko, dass sie Schwierigkeiten mit dem Warten hat und zum anderen, dass es sie frustriert, wenn sie in einer Situation nichts tun kann. Gleichzeitig drückt es aber auch die Liebe zu ihrer Familie auf einem tieferen Niveau aus, da man aus ihren Worten erkennt, wie weh es ihr tut, dass sie einem Menschen, den sie liebt, nicht helfen kann, was nur noch dadurch unterstützt wird, dass wir durch all die Gespräche gesehen haben, wie eng die Beziehung zwischen ihr und Madoka ist.

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Diese Gefühle erreichen ihren Höhepunkt, als Madoka in der elften Folge den Ort, der für die Evakuierung genutzt wird, verlassen will, weil sie einer Freundin helfen will. Junko meint, dass sie das den Rettungskräften überlassen soll und als Madoka sagt, dass nur sie helfen kann, geht Junko soweit Madoka zu schlagen, um sie dann zu fragen, ob sie etwa denkt, dass sie alleine auf der Welt ist. Die Gefühle haben Junko überwältigt, da sie keinesfalls will, dass ihrer Tochter etwas passiert und sie drückt das selbst mit den Worten “Wenn du jetzt gehst, dann wird…” aus. Als Madoka aber stur bleibt, ist sie erstaunt durch den Ausbruch ihrer Tochter, die sonst nie so vehement etwas wollte und fragt sie, ob sie ihr den Grund nennen kann und als die verneint, möchte sie natürlich mitgehen. Als Madoka meint, dass sie für Tatsuya und ihren Vater da sein muss, wird der Blick von Junko ernst und sie realisiert wohl selbst, dass sie ihre Tochter nicht wiedersehen wird, aber da diese so entschlossen ist, fragt sie nur, ob sie auch nichts Dummes anstellt und als sie die Bestätigung bekommt, dreht sie Madoka um und schubst sie auf ihren Weg, womit sie ihre volle Unterstützung und ihr ganzes Vertrauen gibt. Junko kommt dann erst wieder vor, nachdem Madoka ihren Wunsch gemacht hat und ich möchte hier nur hervorheben, dass sie auf die rote Schleife von Homura eingeht und meint, dass sie diese ihrer Tochter schenken würde, wenn sie eine hätte, was zum Abschluss eine schöne Kurve zum Beginn ist, wo sie diese Schleife für Madoka ausgesucht hat. Durch ihre vielen Facetten sichert sie sich den Platz als bester Nebencharakter, der gleichzeitig auch noch aufzeigt, wie die Charaktere sich gegenseitig beeinflussen, da in ihrem Fall der Einfluss auf die Handlungen von Madoka sehr stark ist.

Kyubey

Ein Nebencharakter verbleibt jedoch noch und dieser ist niemand anders als Kyubey, der als Inkubator wohl am wichtigsten für die Hauptcharaktere selbst ist. Mit der Erklärung der Inkubatoren habe ich natürlich schon einiges vorweg genommen, denn sein entscheidendes Merkmal ist, dass er über keine Emotionen verfügt und generell der Logik nach operiert, wobei das Sammeln von Energie, also Mahou Shoujo rekrutieren, sein oberstes Ziel ist. Seine Rationalität zeigt sich aber nicht nur beim Sammeln von Energie, sondern auch in anderen Momenten, wie wenn Homura einen seiner Körper zerstört und er sagt, dass es zwar Ersatz gibt, das jedoch eine unnötige Verschwendung war. Seinem obersten Ziel entsprechend verhält er sich den Mädchen gegenüber von Beginn an freundlich, also bedankt sich zum Beispiel bei Madoka und Sayaka, wenn die ihn vor Homura retten und hält sich dann in deren Nähe auf, falls sie ihren Wunsch machen wollen. Er kommentiert das damit, dass es besser für ihn ist, wenn sie sich schnell für einen Wunsch entscheiden. Jedoch macht er seine Neutralität klar, wenn er zu Madoka sagt, dass er sie bei ihrem Wunsch nicht beeinflussen wird und selbst ein Rat ein Regelverstoss wäre. Das spielt in den späteren Punkt hinein, dass sie den Mädchen den Wunsch als äquivalenten Tausch für ihr späteres Leben als Mahou Shoujo anbieten und diesen Teil wollen sie in keinem Fall beeinflussen.

Natürlich ändert das nichts daran, dass er unterschwellig versucht die Mädchen dazu zu bringen, den Pakt mit ihm zu schliessen und so entscheidet er sich mit Sayaka beim Krankenhaus, und somit der Hexenwelt von Charlotte, zu bleiben, während Madoka Mami holt, womit er im Fall der Fälle mit Sayaka einen Pakt machen könnte. Auch nach dem Tod von Mami ist seine erste Reaktion die Mädchen zum Pakt aufzufordern, unter dem Vorwand, dass Charlotte sie ansonsten töten wird, was natürlich – zumindest für die zwei – stimmen würde, aber Homura taucht rechtzeitig auf, um sie zu retten. Aus diesen Gründe ist es logisch, dass er sich dann auch direkt verziehen würde, wenn Madoka und Sayaka relativ klar sagen, dass sie keine Mahou Shoujo mehr werden wollen, jetzt wo Mami tot ist. Jedoch behält er sie weiterhin im Auge, wohl wegen dem Potential von Madoka, was sich daran zeigt, dass er in dem Moment zurück ist, in welchem Sayaka sich dafür entscheidet, sich für Kamijo etwas zu wünschen.

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Darauf ist es sein grösstes Ziel Madoka dazu zu bringen, zum Mahou Shoujo zu werden. Also streut er vor ihr Kommentare ein, wie, dass Madoka das Ass im Ärmel ist, wenn Sayaka irgendwelche Probleme haben sollte, wegen ihrem Potential. Gleich darauf versteckt er sich aber wieder hinter seiner Neutralität, indem er sagt, dass sie sich nicht jetzt entscheiden muss, aber wenn sie sich sicher ist, wird er bereit sein. Auch im Kampf zwischen Sayaka und Kyouko pocht er weiter darauf, indem er ihr sagt, dass er zwar nicht eingreifen kann, aber wenn sie zum Mahou Shoujo werden würde, dann könnte sie es. Auch später tut er alles, um Madoka dazu zu bringen, den Pakt mit ihm zu schliessen. So lässt er beispielsweise Kyouko in dem Irrglauben, dass sie Sayaka vielleicht retten könnte, was dann zu ihrem Tod führt, was wiederum bedeutet, dass Homura ganz alleine gegen Walpurgis kämpfen müsste, was diese nicht schaffen kann, weswegen Madoka dann doch den Pakt schliessen müsste, um alle zu retten. Damit zeigt sich natürlich auch, dass er um mehrere Ecken denkt, um sein Ziel zu erreichen, was für ein logisches Wesen Sinn macht.

Als es dann zu dem Vorfall mit dem Soul Gem kommt, wo Madoka diesen auf den LKW wirft, sehen wir das Aufeinanderprallen von Emotionen gegen Logik, was den Konflikt zwischen den Mahou Shoujo und Kyubey solide beschreibt. Während diese nämlich wütend oder im Falle von Madoka hysterisch werden, bleibt er ruhig und sagt zu ihnen Dinge wie, dass es doch viel praktisch ist, wenn sie weiterkämpfen können, egal wie viel Blut sie verlieren oder ob ihr Herz zerrissen wird und er versteht nicht, warum es den Menschen so wichtig ist, wo genau ihre Seele sich befindet. Ein Teil seiner Wortlautes zu dieser ganzen Sache ist übrigens “Das ist doch viel effektiver als ein verletzlicher Menschenkörper”, wodurch sich zeigt, dass er sich sachlich ausdrückt, was für seinen Charakter passend ist. Was man allerdings erwähnen muss ist, dass zum Beispiel an dieser Stelle Kyubey ein genervtes Seufzen von sich gibt bei der Reaktion der Mädchen, was natürlich nicht dazu passt, dass er emotionslos sein sollte. Das passiert nur relativ selten, sollte aber als inkonsequenz vermerkt werden.

Auf die Anschuldigungen der Mädchen verteidigt er sich dann konsequent mit Logik. So ist seine Erklärung, warum er den Teil mit der Seele nicht erwähnt hat, dass niemand ihn gefragt hat und dass es auch keine Rolle spielt, ob sie es wissen, oder nicht, da selbst Mami keine Ahnung davon hatte. Als er dann von Madoka gefragt wird, warum er ihnen all das antut, sagt er, dass er ihnen gar nichts angetan hat, denn die Mädchen haben sich dafür entschieden den Weg des Kampfes zu gehen und der Wunsch, den sie als Gegenleistung wollten, ist unleugbar in Erfüllung gegangen. Homura drückt das passend damit aus, dass Kyubey den Pakt nicht grausam findet, denn menschliche Werte gelten für ihn nicht und er sieht darin nur eine faire Bezahlung für seine Wunder. Er selbst bestätigt das, als er Madoka besucht und ihr klarmacht, dass sie den Pakt nur schliessen, wenn die Mädchen einverstanden sind und das findet er mehr als fair. Er macht hier dann einen Vergleich mit Nutztieren, um zu zeigen, dass alle Seiten von dem Deal profitieren und um auf die Frage von Madoka schlussendlich zu antworten, dass sie die Menschen natürlich nicht so wie Nutztiere behandeln, da sie die Menschen nicht ausschlachten, sondern ihnen sogar eine Gegenleistung für ihre Taten anbieten, womit er von einer rein logischen Perspektive Recht hat.

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Madoka bezichtigt ihn dann trotzdem des Verrates, da die Mädchen nicht wirklich wissen, worauf sie sich einlassen, bevor das Unheil über sie kommt, worauf Kyubey antwortet, dass nicht er die Mädchen verrät, sondern ihre eigenen Wünsche. Seine Worte dazu sind die folgenden: “Wenn ein Wunsch nicht vollständig auf Logik beruht, muss er zwangsläufig zu einem Zerrbild führen und das daraus Unheil entsteht, ist absehbar.” Er schliesst daraus also, dass wenn diese Sache ein Verrat wäre, dann wäre es bereits falsch sich überhaupt etwas zu wünschen. An diesem Punkt hat er seine Subtilität übrigens aufgegeben und versucht Madoka stattdessen mit sachlichen Erklärungen zu überzeugen, weswegen er ihr die Geschichte der Menschen und Inkubatoren zeigt, um ihr klar zu machen, welche grossartigen Dinge die Opfer der Menschen bewirkt haben. Dadurch wird er so direkt, dass er Madoka sagt, sie soll ihm Bescheid geben, wenn sie bereit ist, für das Universum zu sterben. Sein Ziel erfüllt sich wenig später auch, nur nicht ganz so wie er erwartet, was aber nicht viel für ihn ändert, da er auch in der neuen Welt weiter Energie sammelt, lediglich auf andere Weise.

Ich denke nun, dass Kyubey als Charakter selbst nicht besonders interessant ist, sondern es eher die Ideen sind, die die Inkubatoren in die Geschichte einbringen. Er selbst operiert als “Expositionsmaschine”, wie es manche bezeichnen. Also ein Charakter, dessen einziger Zweck es ist, die Charaktere, und somit auch den Zuschauer, über bestimmte Dinge in einem Werk zu informieren. Das ist offensichtlich wahr, da praktisch all seine Dialoge sich um die Mahou Shoujo, Wünsche, Hexen oder die Inkubatoren drehen, allerdings stellt sich nun die Frage, ob das so schlimm ist. Irgendwie müssen wir diese Informationen bekommen und da Kyubey diese Informationen generell nur teilt, um die Mädchen davon zu überzeugen zum Mahou Shoujo zu werden oder weil eines der Mädchen ihn explizit dazu befragt, würde ich sagen, dass er diesen Zweck komplett in Ordnung erfüllt und seine Dialoge auch nicht unnatürlich rüberkommen. Es ist sicher nicht grossartig und auch ich mache keinen Freudentanz, wenn er in Erklärtiraden verfällt, aber es ist sicher deutlich kompetenter, als wenn Charaktere, die Informationen eigentlich schon haben sollten, plötzlich mit anderen Charakteren, die die Information auch haben sollten, über besagte Informationen reden, nur damit der Zuschauer informiert werden kann.

Damit kommt die Analyse der Nebencharaktere zu einem Ende und somit können wir uns im nächsten Part auf die Hauptcharaktere stürzen, die natürlich die meiste Zeit im Anime in Anspruch nahmen. Aber wie gut sie sind, wird sich dann zeigen.


Vielen Dank fürs Lesen. Generell gelten die gleichen Sachen, die ich auch am Ende des ersten Parts sagte. Ich freue mich über eure Meinungen und wenn Fehler auffallen, teilt mir diese doch mit. Ich hoffe ihr freut euch auf den nächsten Part.

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